Tiefensee lobt Entwicklung der Hochschule in Nordhausen

"Ich finde eine Hochschule vor, die exzellent aufgestellt ist und sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht, sondern nach vorn denkt, hatte der neue Thüringer Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Freitag nur lobende Worte für die Nordhäuser Hochschule übrig.

Powertrain-Geschäftsführer Oliver Wönnmann (rechts) erklärte Wolfgang Tiefensee den Baufortschritt auf dem Firmengelände. Foto: Hans-Peter Blum

 

Eineinhalb Stunden Zeit nahm sich der Leipziger bei seinem Antrittsbesuch für das Gespräch mit der Hochschulleitung. Themen waren das Studienkolleg, Promotionsrecht an Fachhochschulen sowie Forschung und Recycling. "Wir würden gern den Ruf der Hochschule weiter ausbauen und benötigen dabei die Hilfe von Ihrem Ministerium", wandte sich Hochschul-Präsident Jörg Wagner an Tiefensee. Vor allem im Ingenieursbereich sei Handlungsbedarf gegeben.

"Wir planen eine Kampagne für Thüringen als Hochschulstandort im Ausland", sagte Tiefensee. Er könne sich vorstellen, zum Beispiel in China Werbung für Nordhausen zu machen. So seien Kooperationen mit größeren Hochschulen in China vorstellbar. Wagner verwies auf die bereits laufende Kooperation mit einer Hochschule im vietnamesischen Hanoi. "Das Nordhäuser Studienkolleg kann ausgebaut werden, um mehr Studenten aufzunehmen", sagte Wagner. Dazu müssten aber die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden.

Der Präsident sprach die Anstrengungen an, die die Hochschule bei der Forschung unternehme. "Wir haben die Drittmitteleinwerbung innerhalb von wenigen Jahren vervierfacht", so Wagner. "Kompliment, das ist vorbildlich", lobte der Minister. Dieser sagte der Hochschule auch seine Unterstützung beim Großprojekt zur Wertstoffwende zu. Dieses war nach dem Rücktritt von Wirtschaftsminister Machnig ins Stocken geraten. Geplant ist, in Nordhausen ein Forschungs- und Demon­strationszentrum aufzubauen. "Die Wiederverwendung von Rohstoffen ist ein zentrales Thema der Zukunft. Dabei helfe ich Ihnen gern", so Tiefensee.

Die Nordhäuser Bildungsstätte war mit ihrer Absicht, Promotionen nicht nur an Unis, sondern auch an einer damals noch Fachhochschule zuzulassen, stets gescheitert. Am Freitag nahm sie bei Minister Tiefensee einen neuen Anlauf. Dieser brachte die Idee eines Graduiertenkollegs ins Spiel, an dem Studenten unter bestimmten Voraussetzungen promovieren können. Nach dem Gespräch mit der Hochschulleitung besuchte der Minister das Studienkolleg, in dem die ausländischen Studenten ihre Abschlusszeugnisse erhielten, und führte Gespräche mit einigen Studenten.

Nach dem Mittagessen zog der Tross des Ministers weiter an die Rothenburgstraße. Dort besuchte Tiefensee das Unternehmen Feuer Powertrain und führte das Gespräch mit den Geschäftsführern Oliver Wönnmann und Dieter Gulden, die ihm die Entwicklung des erfolgreichen Betriebs erläuterten.

Quelle:Hans-Peter Blum / 09.01.15 / TA