Go West - Feuer expandiert in den USA

Der Nordhäuser Kurbelwellenhersteller FeuerPowertrain expandiert in den USA. Unterstützung kommt da auch von Seiten der US-Regierung,
die heute das Nordhäuser Werk in Augenschein nahm...

"Very impressive" - sehr beeindruckend, sagte Christina Sevilla, Deputy Assistant U.S. Trade Representative im Büro des US-Handelsbeauftragten,
nach der Führung durch die Nordhäuser Werkshallen. Es sei erstaunlich, was hier in wenigen Jahren geschaffen worden sei.

Auf ähnliche Erfolge hofft man nun auch in den USA. Sevilla sprach von einer "win-win" Situation für Deutsche und Amerikaner.
Denn FeuerPowertrain errichtet nahe Memphis im Bundesstaat Mississippi derzeit ein neues Werk, in dem zunächst Kurbelwellen für eine V8-Motor
gefertigt werden sollen. 40 Mitarbeiter werden dort noch dieses Jahr eingestellt, in vier bis fünf Jahren sollen es 300 sein. Für die Beschäftigten in
Nordhausen sei das keine Gefahr, sagte Feuers CEO Bernd Gulden. Im Gegenteil, meinte Gulden, die Arbeitsplätze würden durch die Expansion
eher sicherer werden.

Die USA sind der wichtigste Markt für das Unternehmen und dort zu produzieren, wo die Nachfrage am größten ist, sei der wirtschaftlich sinnvolle Schritt.
Auf Exporte in die USA entfallen für FeuerPowertrain bisher etwa 2,5% Zollgebühren. Die könnten auf nahezu Null sinken oder ganz entfallen, wenn das
Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU, auch als TTIP bekannt, in Kraft tritt, hofft man beim Kurbelwellenhersteller.

 

Dem umstrittenen Abkommen, von dem Kritiker befürchten es könnte europäische Standards im Umwelt- und Verbraucherschutz aushöhlen und es Unternehmen

ermöglichen, vor nicht-öffentlichen Schiedsgerichten gegen Staaten zu klagen, steht Gulden positiv gegenüber. Die Kritikpunkte seien "Peanuts" wenn man das
gesamte Bild betrachte, so Gulden.

Ähnlich sahen das die US-Vertreterin Sevilla und ihre Begleiterin Lori Cooper vom Department of Commerce. Gut 13 Millionen existierende Jobs würden durch
TTIP gesichert werden, so Sevilla. Durch die Eliminierung von Tarifen wie der Zollgebühr könnten die Kosten für Unternehmen wie FeuerPowertrain um gut
zwei Milliarden Dollar gesenkt werden. "Wir wollen neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen und unsere Beziehungen stärken", sagte Seville.

Die sind nach der NSA-Affäre und den letzten Enthüllungen über Doppelagenten und Spionagevorwürfe auf höchster Ebene jedoch äußerst angespannt.
"Die deutsch-amerikanische Allianz ist eine der stärksten der Welt", sagte Seville selbstsicher, "und ich bin von der Stärke dieser Beziehung überzeugt".
Es gelte nun, die bisherige Allianz auch auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit auszudehnen und die Bemühungen im beiderseitigen Interesse zu verdoppeln.
Angelo Glashagel NNZ