Spatenstich für Feuer- Powertrain-Werk in den USA

Die erste ausländische Produktionsstätte des Nordhäuser Kurbelwellenherstellers soll 2015 in Betrieb gehen.
Doch auch in Nordhausen werden nächstes Jahr Millionen investiert, steigt die Mitarbeiterzahl weiter.

Wo vor zwölf Jahren nur Wiese war, produzieren heute 520 Leute Kurbelwellen für die gesamte Welt, sorgen bei Feuer Powertrain dieses Jahr voraussichtlich für einen Umsatz von 114 Millionen Euro - gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 37 Prozent.

Für 2014 peilt Geschäftsführer Oliver Wönnmann 156 Millionen Euro Umsatz an. Das Wachstum in Nordhausen soll weitergehen - auch beim Personal: "Wir investieren nächstes Jahr 32 Millionen Euro in eine Kapazitätserweiterung und stellen weitere 50 bis 70 Leute ein", sagte Wönnmann heute während eines Firmenbesuchs von Mitgliedern der Südharzer Jungen Union.
Die zeigten sich beeindruckt von jenem Unternehmen, das in mittlerweile fünf Werken in Nordhausen produziert, das sein neues Logistikzentrum vor Weihnachten in Betrieb nehmen will. Bislang hat Feuer Powertrain in der Rolandstadt 230 Millionen Euro investiert. Perspektivisch will man hier 750 Leute beschäftigen. Platz für ein sechstes Werk ist da.

Doch man setzt nun erstmals auch auf Standorte jenseits der Republik. In China sollen bis 2017 rund 2,5 Millionen Euro in ein Montagewerk investiert sein, in dem hier vorgefertigte Kurbelwellen fertig gestellt werden. "Wir haben einen Großauftrag aus China, den wir zurzeit hier abarbeiten. Aber binnen drei Jahren erweitert sich dessen Volumen auf das Fünffache", erklärt Wönnmann den Schritt gen Fernost, von wo aus man künftig den asiatischen Markt beackern will.

Von Tunica im US-amerikanischen Bundesstaat Mississippi will Feuer Powertrain als viertgrößter Kurbelwellenproduzent weltweit ab 2015 Kundenwünsche aus Nord- und Südamerika erfüllen. Vor einigen Wochen war Spatenstich für das Werk, in das knapp 40 Millionen Euro fließen. Um die Produktion dort richtig anlaufen zu lassen, sollen aus Nordhausen zehn Experten für zwei Jahre in die USA. Zudem will man 50 Amerikaner in Nordhausen sechs Monate einarbeiten. Die erhofften Zusatzaufträge aus Amerika sollen schon 2016 dafür sorgen, dass beim Umsatz die 200-Millionen-Euro-Marke geknackt wird.

 

Maria Wagner hörte Geschäftsführer Oliver Wönnmann gestern aufmerksam zu.
Foto: K. Müller

Quelle:  Thüringer Allgemeine, Ausgabe 26.11.2013
Artikel von: Kristin Müller / 25.11.13 / TA  Z0H0000144977