Nordhausen 60 Arbeitsplätze

Nordhausen. Kurbelwellen aus Nordhausen sind bei Fahrzeugbauern weltweit gefragt. Ferrari gehört ebenso zu den Kunden wie Jaguar.

Alexander Thorhauer und Thomas Gillmeister, von der Commerzbank, mit Geschäftsführer Oliver Wönnmann (v.l.) sehen sich versandfertige Kurbelwellen aus der Produktion der Firma Feuer Powertrain in Nordhausen an. Foto: Bernd Jentsch "Wir sind in den zurückliegenden Jahren jeweils um 30 Prozent gewachsen", sagte Oliver Wönnmann, Geschäftsführer der Firma Feuer Powertrain, gestern in Nordhausen. Was vor zwölf Jahren mit einer ersten Fertigungslinie auf der Grünen Wiese begann, hat sich zu einem Unternehmen mit fünf Werken und einem großen Logistikzentrum entwickelt.

Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Fertigungslinien in Betrieb gehen. Dadurch entstehen 60 neue Arbeitsplätze, die Zahl der Beschäftigten wächst auf 600. Zudem erlernen aktuell 50 junge Menschen einen Beruf in der Firma.

Der nächste Schritt führt das noch junge Thüringer Unternehmen in die USA. In Tunica im US-Bundesstaat Mississippi soll ein Werk gebaut werden, das im kommenden Jahr die Fertigung aufnimmt. Die künftigen Mitarbeiter des US-Werkes werden in Nordhausen geschult und trainiert, zudem gehen Mitarbeiter aus Thüringen für die Anlaufphase nach Tunica. "Wir nehmen unsere Beschäftigten mit bei unserer Internationalisierung", versicherte Wönnmann.

Begleitet wird das Unternehmen bei seinem Gang auf die internationalen Märkte von einem Bankenkonsortium, das ein Konsortialdarlehen von 126 Millionen Euro aufgelegt hat.

"Dabei sind wir neue Wege gegangen, haben dem Unternehmen unter anderem eine atmende Betriebsmittellinie eingerichtet", sagte Thomas Gillmeister von der Commerzbank. Damit biete man der Firma mehr Flexibilität.

Das sei auch dadurch möglich, dass die Bank Feuer bereits seit der Gründung begleite, sagte Alexander Thorhauer als der zuständige Firmenkundenberater der Bank. "Hier ist in den Jahren gegenseitiges Vertrauen entstanden", so Thorhauer.

Neben der Förderung am Standort Nordhausen und einem ersten Großauftrag von Volkswagen sei unter anderem die Zusage der Commerzbank zur Finanzierung des Werksneubaus entscheidend gewesen für den Start am Standort, erinnerte sich Firmengründer und Hauptgesellschafter Dieter Feuer: "Es waren immerhin gleich 50 Millionen, die wir am Anfang zur Umsetzung unserer Idee investieren mussten." Das Risiko sei - mit nur einem Auftrag in der Tasche - damals ungleich höher gewesen als heute.

Zum Bankenkonsortium gehören neben der Commerzbank auch die HSH Nordbank, die Postbank und die NordLB. Für die Investition in neue Maschinen wurde die KfW als Finanzpartner gewonnen, zudem hat die US-Firma Pricoa Capital eine Anlage von 20 Millionen Euro beigesteuert.

Genug Fläche für eine Erweiterung ist in Nordhausen vorhanden, so Wönnmann. Vorher aber entsteht ein Werk in China.

Bernd Jentsch / 27.02.14 / TA