Feuer Powertrain wird für ehrenamtliche Prüfer geehrt

Industrie- und Handelskammer entwirft einen Aufkleber, der das Ansehen dieses Ehrenamtes erhöhen soll

Von Doreen Hotzan

 

Nordhausen. „Wir sind Prüfer im Ehrenamt“ steht auf dem Aufkleber. Dieser soll ab sofort Besuchern der Nordhäuser Firma Feuer Powertrain signalisieren, dass das Unternehmen die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unterstützt, in dem es als Ausbildungsbetrieb Prüfer bereitstellt, die ehrenamtlich tätig sind. „Es ist eine Anerkennung“, erläutert Steffi Dirumdam, Mitarbeiterin im Regionalen Service-Center Nordhausen der IHK. Der Aufkleber wurde entworfen, um den Bekanntheitsgrad, die Wertschätzung und das gesellschaftliche Ansehen des Prüfer-Ehrenamtes zu erhöhen.

In der IHK Erfurt werden pro Jahr 9600 Prüfungen in der Aus- und Weiterbildung durchgeführt. Für deren Abnahme wurden 240 Prüfungsausschüsse eingerichtet. Dort sind aktuell 1804 Prüfer tätig. Zum 1. Mai dieses Jahres wurden diese für die Dauer der nächsten fünf Jahre neu berufen. Darunter ist auch Kevin Heldt, der den Aufkleber aus den Händen von Steffi Dirumdam entgegennahm. Der 35-Jährige engagiert sich bereits seit fünf Jahren als ehrenamtlicher IHK-Prüfer. Als solcher ist er stets bei den Theorie- und Praxisprüfungen von Auszubildenden im Bereich Zerspanungsmechaniker dabei. Die Theorie findet meistens in Erfurt statt, die Praxisprüfungen werden im Berufsbildungszentrum Nordhausen, bei Maximator sowie Feuer Powertrain abgenommen. „Ich mache das sehr gern“, sagt Kevin Heldt über sein Ehrenamt. Worauf es bei den Prüfungen ankommt, weiß er genau. „Ich habe selbst eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker mit der Fachrichtung Frästechnik gemacht“, erzählt der 35-Jährige. 2009 startete er bei Feuer Powertrain seine Lehre, die er nach dreieinhalb Jahren im Juli 2012 abschloss. Danach arbeitete er in der Produktion, entschloss sich dann, den Ausbilderschein zu machen. Nach der Eignungsprüfung war er auch als Ausbilder tätig. Doch wie jedes Unternehmen hat auch Feuer Powertrain Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden. „Zu Spitzenzeiten hatten wir um die 50 Azubis. Jetzt sind es nur noch 20“, sagt der IHK-Prüfer. Er führt den Rückgang auf die verstärkte Nachfrage nach einem dualen Studium zurück. Wenn er in seiner Funktion als Prüfer unterwegs ist, stellt ihn sein Arbeitgeber frei. Keine Selbstverständlichkeit, meint Steffi Dirumdam. Denn auch die Vertretung müsse gesichert werden. „Das klappt bei uns aber gut“, meint Kevin Heldt, der sich auf die nächsten fünf Jahre seiner Aufgabe freut.

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung vom 26.10.2019